Alles, was wir geben mussten von Kazuo Ishiguro

Bewertung: ★★★★☆
"Alles, was wir geben mussten" von Kazuo Ishiguro erzählt eine gut entwickelte und glaubwürdige Geschichte über Kathy, Ruth und Tommy, drei junge Menschen, die in einem Internat aufwachsen, das für Klone bestimmt ist, die für medizinische Spenden geschaffen wurden. Der Roman zeigt, dass die Gesellschaft sie trotz ihrer Gefühle, Erinnerungen, Freundschaften und Wünsche wie bei jedem anderen Menschen nicht wirklich als Menschen betrachtet. Besonders zum Nachdenken gebracht hat mich, dass sie sich nicht gegen ihr Schicksal auflehnen: Dadurch frage ich mich, ob sie wirklich anders sind als wir oder ob sie einfach dazu erzogen wurden, ihr Schicksal zu akzeptieren. Ishiguro bringt uns dazu, darüber nachzudenken, was es bedeutet, ein Mensch zu sein, und inwieweit die Gesellschaft entscheiden kann, wer es verdient zu leben. Es ist eine traurige und beunruhigende, aber zugleich sehr tiefgründige und originelle Geschichte, auch wenn sie an manchen Stellen ein langsames Tempo hat (was mit der philosophischen Natur des Werkes zusammenhängt). Empfehlenswert.
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ISHIGURO, KAZUO. Nunca me abandones. Editorial Anagrama, SA. Barcelona, 2005. 357 pp.. (TO: Never Let Me Go. Traducción: Jesús Zulaika). ISBN: 84-339-7079-8